Wiedersehen mit Eberswalde – Hier gibt es keinen Hass mehr
Online Präsenz zur Dauerausstellung
Von September 1944 bis April 1945 gab es in Eberswalde ein Außenlager des KZ Ravensbrück, einen Ort des Terrors und der Menschenverachtung.
Seit Sommer 2008 gehören zwei erhaltene Baracken dem Jugend- und Kulturverein Exil e.V., der hier einen Ort der Erinnerung und der aktiven Auseinandersetzung mit Rassismus in Vergangenheit und Gegenwart geschaffen hat.
Nicht den Herrführern, Armeen und kriegstechnischen Errungenschaften gilt unser Interesse. Wir fragen danach, was Krieg, Konzentrationslager und Zwangsarbeit für die betroffenen Menschen bedeuteten.
Ein Großteil der Häftlinge des KZ-Außenlagers Eberswalde waren junge Frauen aus Polen. Drei von ihnen erzählen uns ihre Geschichte.
Wenn Deutsche und Polen gemeinsam ein freiheitliches und demokratisches Europa gestalten, wollen wir hier unseren Beitrag leisten.
Besuch aus Warschau
In der letzten Juniwoche waren Wacława Gałęzowska und Marianna Bogusz bei uns. Begleitet wurden Sie von Katarzyna Boguz und Paweł Zabratyński, Enkeln von Marianna Bogusz.
Hatte der Winter den Frauen ein Kommen zur Ausstellungseröffnung verwehrt, so konnten wir nun bei strahlendem Sonnenschein viel auf unserem Hof sitzen und einige Ausflüge unternehmen. Gute Besserung wünschen wir Janina Wyrzykowska, der Dritten im Bunde.
1999 kamen wir zum ersten Mal auf Einladung nach Eberswalde. Ich sah die Reste der Baracken, in denen wir gewohnt hatten, und konnte mich der Tränen nicht erwehren. Das ganze Grauen von damals kam hoch. Doch in den nächsten Tagen erfuhren wir so viel Freundlichkeit und Wärme. Hier gibt es keinen Hass mehr.
Janina Wyrzykowska
Die Jugend hat ihre Rechte. Es sei ihr vergönnt. Denn ich selbst hatte keine Jugend, ich war noch ein Kind und musste erwachsen sein. Nur dieser Ort muss geachtet werden, denn hier haben Menschen schrecklich gelitten.
Wacława Gałęzowska
Am wichtigsten ist für mich, dass etwas von uns erhalten bleibt. Die jungen Leute setzen sich für die Erinnerung ein. Schritt für Schritt sollen sie weitermachen, so dass wir beim nächsten Besuch sagen können: Wir sind stolz auf euch!